Fokusgruppe Bahnhofsumfelder

(c) Foto: Tobias Hase
Rund 50 Teilnehmer*innen u. a. aus Politik, Verwaltung, Immobilienwirtschaft, Stadtplanung, Verkehrsplanung, Regionalentwicklung, Verkehrsunternehmen, Architektur und Wissenschaft informierten sich am Vormittag unter dem Titel „Verkehrsdrehscheiben als Motor für eine qualitätsvolle Stadtentwicklung“ zunächst über das „Netzwerk Verkehrsdrehscheiben“ in der Schweiz (www.verkehrsdrehscheiben.ch). Anschließend stellten Prof. Gunnar Heipp vom IRAP Institut für Raumentwicklung und Fürstenfeldbrucks Stadtbaurat Johannes Dachsel die Ergebnisse der IBA Summer School 2025 vor: Im Zeitraum vom 6. Bis 13. September 2025 bearbeiteten 92 Studierende mit 10 Professor*innen und 25 Expert*innen das Thema „Bahnhofsumfelder als Kristallisationspunkte nachhaltiger Stadtentwicklung“ in den Städten Augsburg, Fürstenfeldbruck und München. Nach diesem fachlichen Input ging es für die Gäste am Nachmittag an die Arbeit. Anhand mehrerer Leitfragen erarbeiteten die Expert*innen eine gemeinsame Vorstellung davon, wie es mit dem Thema in der Metropolregion München weitergehen könnte. Einen Eindruck des Workshops und Ergebnisse in Stichworten stehen hier zum Download bereit. Die Essenz aus den Diskussionen wurde als Empfehlung für ein mögliches weiteres Vorgehen in fünf Umsetzungsphasen zusammengefasst. Interessierte finden außerdem zwei Veranstaltungshinweise des Netzwerks Verkehrsdrehscheiben.
Phase 1 – Austausch sichern: Aus losen Kontakten bildet sich ein verbindliches Partnernetzwerk mit allen relevanten Akteuren aus Kommunen, Bahn, ÖPNV, Wissenschaft und Verbänden. Erste gemeinsame Visionen werden entwickelt, regelmäßige Treffen und digitale Plattformen für Austausch und Abstimmung etablieren sich.
Phase 2 – Bestandsaufnahme: Die Grundlageninformationen werden systematisch zusammengetragen und praxisnahe Werkzeuge entwickelt. Bahnhöfe und deren Umfelder werden erfasst, Daten und Audits erstellt und Governance-Strukturen analysiert. Aus den Erkenntnissen werden praxisnahe Leitfäden und Pilotprojekte abgeleitet, um konkrete Verbesserungsmöglichkeiten sichtbar zu machen.
Phase 3 – Test-Entwürfe: Nach dem Vorbild der studentischen Entwurfsformate der IBA Summer School 2025 werden für weitere Städte Grundlagen und Ideen erarbeitet. Die (studentischen) Entwurfsformate werden für Innovation und Vernetzung genutzt und binden die Fachleute der nächsten Generation mit ihren Ideen und ihrem Wissen ein.
Phase 4 – Formalisierung: Aus den Erkenntnissen wird eine dauerhafte, organisierte Struktur geschaffen. Der Zusammenschluss wird verbindlich verankert und Rollen, Zuständigkeiten und Standards festgelegt. Er baut Kompetenz- und Kontaktdatenbanken auf, ermöglicht Peer-Learning und ist Anlaufstelle für Beratungsfragen.
Phase 5 – Gründung Operativer Zusammenschluss Bahnhofsumfelder: Die professionelle Struktur etabliert sich, begleitet Projekte von der Idee zur Umsetzung, moderiert Konflikte und bündelt Wissen. Ihr Angebot stellt die Vernetzung von Kommunen, Bahn, Freistaat und ÖPNV sicher und bietet kontinuierlich Beratung an.
Zuständigkeiten und Trägerschaften sind noch offen. Dieser Vorschlag steht damit allen an den Bahnhofsumfeldern beteiligten Akteuren zum weiteren Austausch, Konkretisierung und Umsetzung zur Verfügung.
